Im Wald da sind die Räuber …

Die Idee zum Roman über Dolf Mohr wurde an die Autorin durch einen engagierten Nachtwächter herangetragen, der sich stark für die Geschichte seiner Heimat einsetzt, forscht und sie an Interessierte bei Führungen weitergibt. Herr Ferdinand Ziese ist ein sehr aktiver Rentner und wohnt im Dortmunder Süden, wo er viel Engagement in seine Rolle als Nachtwächter, in Wanderungen und in ein Seniorenmagazin steckt. Als Redakteurin und im Rahmen der Werbung für ihren Roman „Sündenbock“ lernte ihn Anja Grevener während einer Redaktionssitzung kennen. Durch das gemeinsame Interesse an Geschichte und der Geschichtsdarstellung kamen sie ins Gespräch, und Herr Ziese erzählte  viel über Dolf Mohr. Allerdings standen zu diesem Zeitpunkt die Hexen des Romans noch deutlich im Fokus des Interesses der Autorin. Im Nachgang der Sitzung kamen aber regelmäßig große weiße Umschläge mit dem Magazin und Zeitungsschnipseln, die Herr Ziese gesammelt hatte. Immer wieder tauchte darin der Name Mohr auf. Nach anfänglicher Skepsis wurde bei der Lektüre der Biografie des Räubers in einem der Artikel klar: das ist ein spannender Stoff für einen Roman mit Abenteuer, Räuber-und-Gendarm-Spiel, Schießereien, Überfällen, Familie, Liebe und menschlichem Drama! Bei einem Vortrag der Geschichtsgesellschaft „Roland zu Dortmund e. V.“ wurde ein Phantombild des Räubers, basierend auf der Beschreibung in seinem Steckbrief, gezeigt – wie lebensecht es wirkte! Dieses Bild gab den letztendlichen Ausschlag, sich noch näher mit Dolf Mohr, seinen Taten und seiner Zeit zu befassen und seine Geschichte zum ersten Mal literarisch aufzubereiten. Eine Fotosafari mit Herrn Ziese zum Haus Ruhr (dem Gut Carl Overwegs), Dolf Mohrs Haus, der alten Schmiede und der Gaststätte Haselhoff, wo sich die Räuberbande regelmäßig getroffen hat, überzeugte als Sahnehäubchen: viele der Wirkungsstätten des Räubers kann man heute noch entdecken! Bis jetzt existiert zudem nur eine Zusammenstellung der Quellen aus den 1980er Jahren zu seiner Person. Die journalistische Neugierde und das Herz der Autorin waren in die Geschichte hineingezogen und die Recherche begann! Während des Studiums wohnte Anja Grevener einige Jahre im Dortmunder Süden, und es war eine besondere Entdeckung, welch spannende Geschichten dort stattgefunden haben.